Dr. Sebastian Hill, Winzergenossenschaft Oberkirch

Die Winzergenossenschaft Oberkirch in der Ortenau keltert und vermarktet Wein für rund 500 Winzerfamilien aus dem Acher- und Renchtal. Dabei legt sie besonders viel Wert auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung, die den Bedürfnissen der aktuellen Generationen gerecht wird, ohne die Zukunft zu gefährden. Dr. Sebastian Hill, Geschäftsführer seit 2021, setzt dazu sowohl auf eine umweltschonende Bewirtschaftung der Weinberge als auch auf erneuerbare Energiequellen.

Das Ziel der Winzergenossenschaft ist es, den Energieverbrauch in der Weinerzeugung minimal zu halten. In Oberkirch wurden bereits 2009 drei Blockheizkraftwerke installiert, um Warmwasser mit Eigen-Stromerzeugung zu gewinnen. 2011 kam eine 96 kWp Photovoltaik-Anlage hinzu. In Kappelrodeck wurde 2019 ebenfalls ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen, und 2022 startete eine 100 kWp starke Photovoltaik-Anlage. Damit kann die Genossenschaft rund 60 Prozent des jährlichen Strombedarfs mit selbst erzeugtem Strom decken. Nur zur Weinlese steigt der Verbrauch so deutlich an, dass die Spitzenlast nicht aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann.

Das Weinbaugebiet Baden gilt als Vorreiter im nachhaltigen Weinbau. Hier werden seit Jahrzehnten dauerhaft begrünte, gegen Erosion geschützte Böden sowie biologische Schädlingsbekämpfung durch Pheromon-Verfahren praktiziert. Die vielfältigen Kleinstrukturen der Ortenau mit Obstwiesen, Reben und Wald schaffen eine einzigartige Kulturlandschaft und fördern eine artenreiche Flora und Fauna.

Eine Besonderheit im Weinbau um Oberkirch ist der große Anteil an Querterrassen, die als Habitat für Kleintiere und Kräuter dienen. Ein Teil der Rebflächen in Oberkirch-Tiergarten verzichtete bereits in den 1980er Jahren auf Insektizide, und heute werden die meisten Weinberge insektizidfrei bewirtschaftet.

Die Winzergenossenschaft Oberkirch ist ein Vorbild für uns alle. Weil sie die Winzertradition verantwortungsvoll in die Zukunft führt.